Achille Castiglioni (1918 – 2002)

Achille Castiglioni, einer der bedeutendsten italienischen Designer des 20. Jahrhunderts, schuf bahnbrechende Objekte, die sich heute zwischen Kunst und Designklassikern bewegen. 1944 promovierte er am Politecnico in Mailand zum Doktor der Architektur und gründete zusammen mit seinen Brüdern Livio (1911–1979) und Pier Giacomo (1913–1968) ein Designbüro. Den Namen Castiglioni, der untrennbar mit der Geschichte der modernen Beleuchtung verbunden ist, nannte man nur im Plural: denn die Brüder waren einander ähnlich in Erscheinung, Einfallsreichtum und Arbeitsstil. Ihre Lampen Toio und Parentesi sind Teil der Sammlung des New Yorker Museum of Modern Art. Achilles Spezialität war, bestehende Produkte auf überraschende Art neu zusammenzusetzen. So stellten die Brüder 1957 den Hocker »Mezzadro« vor, bei dem sie einen Traktorsitz verwendeten – heute einer ihrer legendären Ready-Made-Klassiker. Für den Hocker Sella funktionierten sie einen Fahrradsattel um. Für die Stehleuchte Arco diente eine einfache Straßenlaterne und für den Deckenstrahler Toio ein profaner Autoscheinwerfer. Mit Begeisterung erfand Achille auch Namen für seine insgesamt 150 Objekte, die genauso wie diese selbst, die Verspieltheit des Designers widerspiegeln. Viele seiner Objekte sind heute noch in Produktion. Ab 1981 war Achille zudem als Professor für Raumgestaltung und Industriedesign tätig.